Unsere Schirmherrin

Liselotte Rommel

18. März 1929 bis 21. Mai 2026

Ein Nachruf

Mit dem Tode von Liselotte Rommel verlieren die Vereinigten Hilfen – Wir für Euch e.V. eine engagierte Schirmherrin, die sich mit großem Herzen und weitsichtiger Klugheit wirklich dem Wohl ihrer Mitmenschen verschrieben hatte. 2009, anlässlich der Verleihung der Staufermedaille in Gold sagte der damalige baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger über sie: „Wer glaubt, dass Zurückhaltung und Bescheidenheit nicht zu vereinbaren seien mit Tatkraft, Zielstrebigkeit und Eigenständigkeit, der wird von Liselotte Rommel eines Besseren belehrt.“

Liselotte Rommel war fast seit der ersten Stunde die Schirmherrin der Vereinigten Hilfen. Denn nur ein halbes Jahr nach deren Gründung, nämlich im September 1991, trat sie dieses Ehrenamt an und behielt es bei bis zu ihrem Tode. Warum sie als First Lady der Landeshauptstadt, die sich bereits anderer Ehrenämter angenommen hatte und der ständig weitere Ämter angetragen worden waren, sich dennoch für die Vereinigten Hilfen entschieden hatte, begründete sie gleich dreifach:
Erstens, weil die Vereinigten Hilfen Menschen ohne bürokratische Umwege helfen und weil sie dafür Menschen, die helfen können und wollen, mit denen, die Hilfe brauchen, zusammenbringen.
Zweitens, weil sie dadurch den übrigen Hilfsorganisationen keine Konkurrenz machen, sondern sie ergänzen.
Und drittens, weil sie sich nicht durch öffentliche Zuschüsse finanzieren, sondern durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Liselotte Rommel wurde 1929 in Ulm als Liselotte Daiber geboren. Sie studierte Geschichtswissenschaft und Romanistik fürs Lehramt, sprach fließend Französisch, Englisch, Italienisch sowie etwas Russisch und arbeitete 14 Jahre lang als Lehrerin am Gymnasium Königin-Katharina-Stift in Stuttgart.
Während der 22-jährigen Amtszeit ihres Mannes Manfred Rommel als Stuttgarter Oberbürgermeister unterstützte sie ihn, doch öffentliches Aufhebens um ihre Person lehnte sie stets ab. Sie begleitete ihren Mann aber auf internationale Reisen wie beispielsweise in die Partnerstädte St. Louis und Kairo.

Die Vereinigten Hilfen waren nicht ihr einziges ehrenamtliches Engagement. Über lange Zeit hinweg war sie die erste Vorsitzende des Schwäbischen Frauenverein e.V., eines traditionsreichen Stuttgarter Vereins. Dann gehörte sie dem Vorstand des Anna-Haag-Hauses an, einem intergenerativen Zentrum in Stuttgart-Bad Cannstatt, das Jung und Alt unter einem Dach verbindet. Und nicht zuletzt war sie aktives Vorstandsmitglied im Deutsch-Amerikanischen Frauenclub (GABC)und förderte damit den transatlantischen und kulturellen Austausch.

Wir alle von den Vereinigten Hilfen werden ihre stets freundliche und humorvolle Art, ihr Wirken und ihr Engagement vermissen. Wir alle von den Vereinigten Hilfen werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren und werden sie nie vergessen. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie und allen Angehörigen.

Wir erinnern an ihr Grußwort anlässlich der Antrittsrede als Schirmherrin der Vereinigten Hilfen im Jahr 1991:

„Als First Lady der Landeshauptstadt Stuttgart werden mir immer wieder Ehrenämter und Aufgaben im sozialen Bereich angetragen, die ich lange nicht alle wahrnehmen kann. Denn meine Freizeit ist knapp begrenzt, wie Sie gleich erfahren werden. Dennoch bin ich Vorsitzende des Schwäbischen Frauenvereins und gehöre dem Vorstand des Anna-Haag-Hauses und dem Vorstand des deutsch-amerikanischen Frauenclubs an, alles Aufgaben, die ich auch sehr gerne erfülle.

Meine persönlichen Erfahrungen und das Wissen um die Notwendigkeit privaten Engagements im Bereich der Altenpflege haben mich veranlasst, ein weiteres Ehrenamt anzunehmen, die Schirmherrschaft des Stuttgarter Vereins Vereinigte Hilfen – Wir für Euch.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist stundenweise eine qualifizierte Kraft zu finden. Bis vor zwei Jahren war meine heute 84-jährige Mutter noch sehr agil. Von einem Tag auf den anderen ließ ihre Kraft nach. Sie wurde bettlägerig. Nun versorge ich sie zusammen mit einer Fachkraft hier im Hause.

Ich halte es für ganz wichtig, dass die Hilfskraft zu einer echten Bezugsperson für die ganze Familie wird. Dann ist es aber nötig, dass die Person nicht täglich wechselt. Oft fehlt es nämlich nicht so sehr an fachlicher Anleitung, sondern an Zuwendung für ein bis an seine Grenzen belastetes Familienmitglied.

Für mich ist die Pflege selbst nicht so schwer, aber dem Anspruch meiner Mutter gerecht zu werden, immer für sie da zu sein, das kostet Kraft. Manchmal scheint es mir, als vergleiche sie ihren früheren Einsatz für mich mit meinem heutigen für sie. Der Weg, bis man sich gegenseitig akzeptiert, ist lang und kann mühsam sein. Trotzdem ist es ungeheuer wichtig, dass alte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. In ihrem gewohnten Stadtteil und möglichst in ihrer eigenen Wohnung.“

Die Vereinigten Hilfen – 1991 gegründet und erfolgreich ausgebaut von Frau Hildegard Göhrum – unterstütze ich aus folgenden Gründen:

  • Die Vereinigten Hilfen versuchen Menschen, die in einer akuten Notlage sind, ohne bürokratische Umwege zu helfen. Dies gelingt in vielen Fällen, indem sie Menschen, die helfen können und wollen, mit Menschen, die Hilfe brauchen zusammenbringen.
  • Die Vereinigten Hilfen machen den übrigen Hilfsorganisationen keine Konkurrenz, sondern ergänzen sie.
  • Die Vereinigten Hilfen finanzieren sich nicht durch öffentliche Zuschüsse, sondern durch Mitgliederbeiträge und Spenden. Es ist ihnen gelungen, grundsätzliche Bereitschaft zu ehrenamtlicher sozialer Tätigkeit zu organisieren und wirksam werden zu lassen. Die Tätigkeit für die „Vereinigten Hilfen“ macht Freude.

Liselotte Rommel